{"id":760,"date":"2018-08-31T11:45:50","date_gmt":"2018-08-31T11:45:50","guid":{"rendered":"http:\/\/grenzgaengertour2018.de\/?p=760"},"modified":"2018-12-12T22:49:33","modified_gmt":"2018-12-12T22:49:33","slug":"tag-32-und-33-18-19-08-18-ruhetage-in-stapelburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/?p=760","title":{"rendered":"Tag 32 und 33 (18.\/19.08.18):  Ruhetage in Stapelburg"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_764\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020135.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-764\" class=\"wp-image-764 size-medium\" src=\"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020135-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020135-300x169.jpg 300w, https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020135-768x432.jpg 768w, https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020135-1024x575.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-764\" class=\"wp-caption-text\">Ruhetag: Franz\u00f6sische K\u00fcche &#8211; Spiegelei mit rohem Schinken, Pulverkaffee &#8230;<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_765\" style=\"width: 179px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020133-e1535716268499.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-765\" class=\"wp-image-765 size-medium\" src=\"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020133-e1535716268499-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020133-e1535716268499-169x300.jpg 169w, https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020133-e1535716268499-768x1367.jpg 768w, https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020133-e1535716268499-575x1024.jpg 575w\" sizes=\"(max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-765\" class=\"wp-caption-text\">Der Computer, die vernetzte Welt ruft &#8230; Wie haben wir das eigentlich fr\u00fcher ohne ausgehalten?<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_769\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020158.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-769\" class=\"wp-image-769 size-medium\" src=\"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020158-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020158-300x169.jpg 300w, https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020158-768x432.jpg 768w, https:\/\/grenzgaengertour2018.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/P1020158-1024x575.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-769\" class=\"wp-caption-text\">Ehemaliger Grenz\u00fcbergang Stapelburg: unterirdischer Bunker.\u00a0 Mittlerweile zubetoniert.<\/p><\/div>\n<p><strong>Tag 32 und 33 (18.\/19.08.18):\u00a0\u00a0 Ruhetage in Stapelburg<br \/><\/strong><\/p>\n<p>KM: 980-985<\/p>\n<p>Heute ist Samstag. Es ist eine gute Entscheidung, einen Ruhetag einzulegen. Nachts haben die Oberschenkelmuskel mal wieder derbe gekrampft. Die gestrige Brocken-\u00dcberquerung hat ihre Spuren hinterlassen. Aber morgens geht es mir schon viel besser als gestern Abend. Mit dem Schreiben des Tagebuches h\u00e4nge ich hinterher. Daher: Schnell einige ich mich auf zwei Ruhetage anstatt nur einem. Die gediegen eingerichtete FEWO gibt mir so ein wenig das Gef\u00fchl, dass ich hier eine kleine Oase gefunden habe. Arminia Bielefeld spielt und ich h\u00f6re Radio Bielefeld dabei. Es wird, wie fast immer bei der Drama-Queen, ein Zittersieg: 2:1 gegen die Dynamos aus Dresden. Ein Geschenk an den pl\u00f6tzlich verstorbenen Stadionsprecher, der 35 Jahre lang die Stimme der Alm (Sch\u00fcco Arena) war.<\/p>\n<p>Ich kaufe Lebensmittel ein, bruzzele mir etwas zurecht, trinke Pulver-Cappucino &#8230; nur vom Feinsten. Von meiner Nichte Iris habe ich die Telefonnummer von meinem Cousin Uli erhalten. Ich rufe an und stelle fest, dass er an der Bergstra\u00dfe in S\u00fcdhessen wohnt. Erinnerungen werden wach an meine insgesamt zehn Jahre an der TU Darmstadt, das Studium, die vielen Interviews mit Zeitzeugen aus dem NS-Widerstand, an aufrechte K\u00e4mpfer wie den Kommunisten <span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.ns-dokuzentrum-rlp.de\/fileadmin\/user_upload\/PDFs\/NS\/Gewerkschaft\/Karl_Wilhelm_Schreiber_-_Herbert_Baum.pdf\">Karl Schreiber<\/a><\/span>, der daf\u00fcr sorgte, dass das <span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/projektosthofen-gedenkstaette.de\/index.php?page=36\">KZ Osthofen<\/a> <\/span>(Schauplatz von Anna Seghers&#8216; \u201eDas siebte Kreuz\u201c) nicht in Vergessenheit geriet, an Schwester Ria Ratz, die als evangelische Ordensschwester in Opposition zu den Nazis stand, oder an Alexander Haas, den damaligen Vorsitzenden der J\u00fcdischen Gemeinde Darmstadt, der mich in der Auseinandersetzung um meine Staatsexamensarbeit \/ Promotion \u00fcber Machtergreifung in Darmstadt 1933 sowie Widerstand und Verfolgung in Darmstadt gegen\u00fcber dem SPD-Oberb\u00fcrgermeister verteidigte. Ich erinnere mich an die Zeit in der Hochschulpolitik als Mitglied des damaligen Allgemeinen Studentenausschusses und an die von mir gegr\u00fcndete Georg-B\u00fcchner-Edition, die mir zur Ver\u00f6ffentlichung der mehr oder minder auf dem Index stehenden Geschichtsforschungen sowie der von mir produzierten Langspielplatte \u201e<a href=\"https:\/\/www.discogs.com\/de\/Various-Osttangenten-Blues\/release\/10910069\"><span style=\"color: #0000ff;\"><em>Osttangenten-Blues&#8220;<\/em><\/span><\/a> diente. Lange ist es her, doch die Erinnerungen an die Auseinandersetzungen, aber auch an die Solidarit\u00e4t und die Unterst\u00fctzung, nicht nur von der politischen Linken, den Zeitzeugen, sondern u .a. auch von Seiten des damaligen Leiters des Hessischen Staatsarchivs in Darmstadt, Prof. <span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eckhart_G._Franz\">Eckhart G. Franz,<\/a><\/span> sind wach geblieben und holen mich manchmal auch noch ein.<\/p>\n<p>Ich rufe meinen Cousin Uli an. Er ist erstaunt und anscheinend erfreut, von mir zu h\u00f6ren. Ein positives Gef\u00fchl, das ich auch in Heiligenstadt bei meinem Cousin Ernst-Georg und seiner Familie hatte. Ich frage nach Gerichtsakten \u00fcber den Tod unseres gemeinsamen Gro\u00dfvaters, die er angeblich von seinem Vater geerbt haben soll. Nein, Prozess-Unterlagen aus dem Jahre 1961, als der Todessch\u00fctze zu eineinhalb Jahren auf Bew\u00e4hrung verurteilt wurde und relativ schnell zur SED-Bezirksleitung nach Erfurt versetzt wurde, hat er nicht.<\/p>\n<p>Mich trifft fast der Schlag, als er mir berichtet, dass sein Vater Ernst davon ausgegangen war, dass es kein Unfall, sondern Mord gewesen sei. An einem klaren, sonnigen Dezembertag k\u00f6nne man auf ca. 20 Meter Entfernung in einer Schonung, in der die St\u00e4mme jeweils mehrere Meter auseinander stehen und vielleicht 10 cm dick sind, keinen erwachsenen, schwergewichtigen Menschen mit einem Wildschwein verwechseln und zweimal (!) schie\u00dfen. Ich muss das zun\u00e4chst verdauen&#8230;..\u00a0Aus dem vorgesehenen Ruhetag ist so ein emotional aufw\u00fchlender Un-Ruhetag geworden.<\/p>\n<p>Am Sonntag habe ich die M\u00f6glichkeit, mich lange mit der Besitzerin der FEWO zu unterhalten. Ihr verstorbener Ehemann, der in den 60er Jahren \u00fcber die Gr\u00fcne Grenze im Eckertal in den Westen geflohen war, hat das Bauerngeh\u00f6ft nach der Wende schnell wieder zur\u00fcck erhalten. Danach haben beide es aufwendig restauriert. Sie berichtet von den Schwierigkeiten und den Anstrengungen, die es gekostet hat, sich Anfang der 90er Jahre die Anerkennung der Dorfbewohner im wahrsten Sinne \u201ezu erarbeiten\u201c. Inwieweit auch heute noch Ressentiments vorhanden sind, bleibt unklar.<\/p>\n<p>Ich fahre zum im November 1989 provisorisch errichteten Grenz\u00fcbergang Eckertal-Stapelburg. Der BGS-Angeh\u00f6rige <span style=\"color: #0000ff;\">L<a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.wolfgangroehl.de\/Grenzoeffnung-Eckertal\/Grenzoeffnung-Eckertal.htm\">othar Engle<\/a>r<\/span> hat \u00fcber die Grenz\u00f6ffnung am 11. November 1989 eindrucksvoll, auch mit zahlreichen Fotos, berichtet.\u00a0 Und Werner Tharann aus Bad Harzburg hat die \u00d6ffnung der Grenze auf einem <span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?reload=9&amp;v=_XzyQlI3vxI\">Videofilm<\/a><\/span> festgehalten. Ein geplanter Besuch in dem unterirdischen Museum im ehemaligen Grenz\u00fcbergang zwischen Stapelburg und Eckertal kann nicht stattfinden. Die Frau, die vor zehn Jahren einen Kiosk direkt \u00fcber dem zu besichtigenden kleinen Bunker betrieben hat, gab nach wenigen Jahren auf. Es fand sich kein Tr\u00e4ger, der die Arbeit unterst\u00fctzte. So ist heute nur noch eine Betonplatte zu sehen. Vielleicht lag es auch daran, dass der Kiosk an dem ehemaligen Grenz\u00fcbergang nicht mehr lief.<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 32 und 33 (18.\/19.08.18):\u00a0\u00a0 Ruhetage in Stapelburg KM: 980-985 Heute ist Samstag. Es ist eine gute Entscheidung, einen Ruhetag einzulegen. Nachts haben die Oberschenkelmuskel mal wieder derbe gekrampft. Die gestrige Brocken-\u00dcberquerung hat ihre Spuren hinterlassen. Aber morgens geht es mir schon viel besser als gestern Abend. Mit dem Schreiben des Tagebuches h\u00e4nge ich hinterher. 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